ISOP als interkulturelle Einrichtung
Das Thema der interkulturellen Öffnung der ISOP als Gesamtorganisation
ist ein durchaus tragendes, immerhin sind rd. 60% aller MitarbeiterInnen in Projekten beschäftigt, deren Zielgruppe
ausländische Frauen, Männer, Jugendliche oder auch Kinder sind. Ca. 27% der KollegInnen
sind nicht österreichischer Herkunft und kommen ursprünglich aus der Türkei, der
Mongolei, Nigeria, Bulgarien, Algerien, dem Iran, aus Bosnien, den USA, Ägypten, dem
Kongo, Kroatien, Vietnam, Serbien, dem Irak. Noch "globaler" wird die ISOP-Welt
natürlich durch die unmittelbaren ProjektteilnehmerInnen und, um uns eine Aufzählung
aller ihrer Herkunftsländer zu ersparen, soll lediglich erwähnt werden, dass es keinen
Kontinent gibt, der keine/n VertreterIn zu ISOP "entsenden" würde;
eindrucksvoller und facettenreicher wäre wohl nur noch die Darstellung der Muttersprachen
unserer TeilnehmerInnen.
Es spiegelt sich also hier im ISOP Haus gleich wie in den "Außenstellen"
des Vereines die Interkulturalisierung auch unseres steirischen Lebens wider und: Es
handelt sich bei ISOP um einen Ort, an dem interkulturelle Kommunikation kein Schlagwort
bleibt. Obwohl es jedoch einigermaßen naiv bliebe, sich im Diskussionsfeld der
Interkulturalität lediglich auf die Aufzählung von Herkunftsländern und Sprachen zu
beschränken, muss doch auf die Tatsache verwiesen werden, dass unsere Einrichtung in
diesem Themenfeld eine wohl breiter zu definierende Verantwortung trägt. Solange nämlich
nicht in Österreich geborene Menschen nachweisbar regelmäßig mit Fremdenfeindlichkeit,
Rassismus und Diskriminierung konfrontiert sind und es auch kaum öffentliche
Ausdrucksmöglichkeiten darüber gibt, solange stereotype Bilder über Angehörige so
genannt "fremder Kulturen" die öffentliche wie politische Rezeption
beherrschen, so lange jedenfalls werden von ISOP ganz gezielt und bewusst Gegenbilder
entwickelt, die neben dem unmittelbaren Projektangebot Folgendes sichtbar machen und
kommunizieren:
- Eine friktionsfreie Zusammenarbeit von
Angehörigen verschiedenster Ethnien ist möglich, gegenseitig bereichernd und lustvoll.
- MigrantInnen und Flüchtlinge verfügen oft
über beste berufliche Qualifikationen.
- Gleichbehandlung und Chancengleichheit aller geschieht nicht automatisch, sondern lediglich unter der Voraussetzung klarer Planungen
und Organisationsformen, die getragen sind vom Wissen über Formen der Benachteiligung.
- Ein Diversity Management beinhaltet eine
deutliche interkulturelle Personalplanung und die Investition in die Herausbildung der
interkulturellen Kompetenz ihrer MitarbeiterInnen sowie der gesamten Einrichtung.
ISOP hat zahlreiche dieser Aspekte bereits verwirklicht
oder "in Arbeit". Interne Arbeitskreise, die sich mit interkulturellen
Beratungs- und Lernkonzepten auseinander setzen oder diese auch entwickeln, gehören in
diesem Kontext ebenso erwähnt wie die weitere Differenzierung des Projektangebotes. Auch
die Gestaltung von zusätzlichen Beteiligungsmöglichkeiten für die Zielgruppen selbst
muss in diesem Kontext erwähnt werden; als Beispiele dafür seien die kontinuierlich
stattfindenden Ausstellungen von ausländischen KünstlerInnen erwähnt oder die
zahlreichen Bildungsveranstaltungen, an denen MigrantInnen maßgeblich in
Planungsverantwortung mitwirkten.
ISOP beschreitet durch die Mischung aus interkulturellen Projektangeboten mit deutlichen
internen Planungs- und Steuerungsaspekten, einer sensibilisierenden Öffentlichkeitsarbeit
und klaren Beteiligungsakzenten den aufregenden Weg der interkulturellen Öffnung.
ISOP fordert auf zum Nachmachen!
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